Das Thema Tinnitus interessiert und beschäftigt mich persönlich seit vielen Jahren sehr. Auf Kongressen und in entsprechenden Fachforen erhalte ich ständig Informationen über neue Erkenntnisse und mögliche Verfahren zur Linderung dieser lästigen Ohrgeräusche.

 

Aktuell scheint klar zu sein, dass der Ursprung von Tinnitus in einer innenohrbedingten Hörminderung liegt. Das Gehirn wertet diese Hördefizite als eine Art Systemfehler und sendet einen Phantomton, der von den Betroffenen als Tinnitus wahrgenommen wird.

Dieses Ohrgeräusch kennt fast jeder von uns nach überlautem Musikgenuss oder einem plötzlichen Lärmerlebnis wie zum Beispiel einem lauten Knall oder einer Explosion. Meist macht sich dieser Tinnitus bemerkbar in Form eines hellen, tonalen Pfeiftones im Bereich 4-6 Kilohertz. In vielen Fällen bildet sich das Ohrgeräusch nach einigen Stunden oder wenigen Tagen zurück. In wiederholten oder extremen Lärmsituationen kann sich eine dauerhafte Hörminderung mit chronischer Ohrgeräuschwahrnehmung entwickeln.

 

Eine andere Art von Tinnitus wird inzwischen als somatosensorischer Tinnitus beschrieben. Er hat also etwas mit der körperlichen Wahrnehmung zu tun. Dieser eher als Rauschen, Brummen oder Surren beschriebene Tinnitus kann sich um den tonalen Tinnitus herum entwickeln und diesen in der Stärke modulieren. So wird er in manchen Momenten sehr stark, zu anderen Zeiten eher weniger belastend wahrgenommen.

Die Ursachen des somatosensorischen Tinnitus liegen oft, wie der Name schon andeutet, im körperlichen Bereich. Besonders Fehlstellungen der oberen Wirbelsäule durch ungesunde Körperhaltung oder Kiefergelenksfehlstellungen, einer so genannten craniomandibulären Dysfunktion können Ursache dafür sein.

Und genau hier können Fachleute wie Orthopäden, Zahnärzte, Kieferorthopäden und insbesondere gut ausgebildete oder gar auf Tinnitus spezialisierte Osteopathen eingreifen.

Wichtig hierbei ist ein möglichst ganzheitlicher Ansatz. Denn diese Art Tinnitus ist behandelbar und kann zu einer Linderung beitragen.

 

Aber auch stressbedingte Verspannungen mit körperlichen oder seelischen Ursachen können zu einem derartigen Tinnitus führen. Manche sehen darin ein Warnsignal des Körpers, dass etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Neben der Vermeidung von Stress können in solchen Fällen Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation und dergleichen helfen.

 

Im Gegensatz zum somatosensorischen Tinnitus ist der tonale, innenohrbedingte Tinnitus in der Regel nicht medikamentös oder in anderer Form behandelbar. Hier ist man sich allerdings einig, dass eine frühzeitige Erkennung und ein Ausgleich einer möglichen Hörminderung durch Hörsysteme die Beschwerden teilweise sehr deutlich lindern können. In jedem Fall ist ein Test mit Hörsystemen empfehlenswert.

 

Wer sich also durch Tinnitus stark beeinträchtigt fühlt, kann sich gerne an mich wenden.

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